Besuch aus dem Kultusministerium

Staatssekretär Dr. Lösel übergibt Sprachdiplome

Der 1. Juli war für die Nikolaus-August-Otto-Schule ein ganz besonderer Tag. Dr. Manuel Lösel, einer der ersten Schüler der NAOS, die mit der damals neu eingerichten Förderstufe im Jahr 1975 das neue Gebäude in der Emser Straße bezogen, ist heute als Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium tätig. Als solcher besuchte er unsere Schule, um in einer kleinen Feierstunde in der vollbesetzten Aula der NAOS 16 Schülerinnen und Schülern der Deutsch-Intensivklasse das Deutsche Sprachdiplom zu überreichen.

Dr. Lösel, der schon vor Beginn der Veranstaltung seinen ehemaligen Klassenraum aufgesucht und zwei Schülern ein Interview gegeben hatte, berichtete zum Vergnügen der jetzigen  Schülerinnen und Schülern von seinen eigenen Erinnerungen an den Unterricht, aber auch von Treffen mit seiner Freundin in versteckten Winkeln auf dem Schulgelände. Der Wendepunkt seiner Schullaufbahn sei gewesen, dass er zusammen mit seinen Eltern in die Wohnung seines Klassenlehrers zitiert worden sei, der ihm eindrücklich die Notwendigkeit zu verstärktem Fleiß klar machte.

Der Staatssekretär und Ministerialrat Textor, der im Kultusministerium für Fragen der Beschulung und Integration der 24000 Seiteneinsteiger in hessischen Schulen zuständig ist, stellten dann in kurzen Ansprachen die Anstrengungen der hessischen Landesregierung zur Integration von Flüchtlingen dar: die Einrichtung von Deutsch-Intensivklassen, Weiterbildungsmaßnahmen für Lehrerinnen und Lehrer, zusätzliche Stellen für viele Referendarinnen und Referendare. Integration, so ihr Fazit, kann nur gelingen, wenn sprachliche Verständigung möglich ist, denn „Die Grenzen der Sprache sind die Grenzen der Welt.“ Und das heißt für die Schule: „Jede Stunde ist eine Deutschstunde“.

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie gut und schnell Jugendliche sich in der komplizierten deutschen Grammatik zurechtfinden können, lieferte die Schülerin Anastasia, die zum Vergnügen der Anwesenden gewandt und akzentfrei ein kleines Referat zur Geschichte des Kaugummis präsentierte.

Das Deutsche Sprachdiplom B1 – ursprünglich geschaffen, um ausländischen Bewerbern um einen Studienplatz in Deutschland hinreichende deutsche Sprachkenntnisse zu attestieren, wird nach einer Vereinbarung der Kultusministerkonferenz seit 2014 auch verwendet, um den Erfolg des Deutschunterrichts bei Flüchtlingen zu messen. 2000 Personen in ganz Deutschland wurde damit im vergangenen Jahr nach einer zentral ausgewerteten Prüfung von Leseverstehen, Hörverstehen, schriftlicher und mündlicher Kommunikation attestiert, dass sie sich auf Deutsch „spontan und fließend verständigen“ können. In Hessen nahmen 410 Personen an der Prüfung teil, 16 davon kamen aus der Nikolaus-August-Otto-Schule.

Zu verdanken ist dieser Erfolg vor allen Dingen Frau Christa Buchner, die bereits im Jahr 2013 an der NAOS eine der ersten Deutsch-Intensivklassen im Rheingau-Taunus-Kreis übernahm. In der DIKLA – mittlerweile gibt es an der NAOS zwei davon – werden seither Schülerinnen und Schüler nichtdeutscher Herkunft so lange sprachlich und kulturell vor bereitet, bis sie dem Unterricht in einer Regelklasse folgen können. Die Integration der Flüchtlinge wird Jahrzehnte dauern, so Ministerialrat Textor, aber in Bad Schwalbach gibt es beste Voraussetzungen.