Keyboards im Musikunterricht

Ist Musikunterricht überhaupt notwendig?

,,Wer in der Erziehung der Kinder und Jugendlichen die musische Erziehung vernachlässigt, muss sich nicht wundern, wenn kaltherzige, brutale Charaktere dabei herauskommen. … Ich bin ja sehr dafür, dass jedes Kind einen Zugang zum Computer hat, aber vielleicht wäre es auch gut, wenn jedes Kind einen Zugang zu einem Musikinstrument hätte!” (Otto Schily, 30.03.2001)

Diesen Zugang zum Musikinstrument hat die Nikolaus-August-Otto-Schule mit Hilfe von Keyboards ermöglicht.

Musikunterricht mit Keyboards?

Das Keyboard ist das universelle Arbeitsmittel eines modernen, motivierenden Musikunterrichtes. Lernwerkzeug und Musikinstrument in einem, lässt sich mit ihm in hervorragender Weise musikalisches Grundwissen „be-greifbar“ und optisch sinnfällig vermitteln. Neben dem gemeinsamen musikalischen Erfolgserlebnis fördert diese ,,spielerische“ Lernmethode auch das Sozialverhalten. Die Schüler üben nicht nur Töne, sondern im gemeinsamen Musizieren auch Rücksicht, Verantwortung, Disziplin, Toleranz. Insofern leistet das aktive Musizieren einen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen. Die Motivation und Konzentration jedes einzelnen wird durch das Klassenmusizieren gefördert.

Wie kann möglichst viel mit der gesamten Klasse musiziert werden?

Eine sinnvolle Möglichkeit stellt das Singen im Klassenverband dar. Um jedoch einen lebendigen und motivierenden Musikunterricht zu ermöglichen, ist Abwechslung im Unterrichtsverlauf notwendig.

Mit Hilfe von Keyboards gelingt es Schülern jeden Alters, innerhalb kürzester Zeit zu musizieren. Voraussetzung dafür sind lediglich zwei Paar Kopfhörer pro Keyboard, an dem jeweils zwei Schüler spielen, ein qualifizierter Musiklehrer und ein durchdachtes Unterrichtskonzept. Die Schüler können mit wenigen Hinweisen selbständig Stücke erarbeiten, komponieren und arrangieren. Da alle Kopfhörer tragen, ist der Lautstärkepegel im Raum sehr gering und es erfolgt keine gegenseitige Störung. Die Schüler können hierbei ihr individuelles Lerntempo wählen und jederzeit die Hilfe des Lehrers einfordern.

„Wird instrumentaler Unterricht an Musikschulen durch Musikunterricht mit Keyboards überflüssig?“

Klassenmusizieren im schulischen Musikunterricht stellt keinen Ersatz für Instrumentalunterricht der Musikschule dar, sondern versteht sich als Multiplikator, der die Zahl von Nachwuchsmusikern um ein Vielfaches vergrößert und somit den Musikschulen weitere Schüler für den Einzel- oder Gruppenunterricht zuführt.

Wird der Lehrplan erfüllt?

Große Gebiete der Musiktheorie, wie z.B. die Rhythmik, das Notenlesen im Violin- und Bassschlüssel, das Verständnis von Drei- und Vierklängen,  werden beim Keyboardspielen automatisch mitgelernt und gefestigt. Des Weiteren lassen sich bei einer guten Unterrichtsplanung problemlos Stücke zum Musizieren finden, die zum jeweiligen musikgeschichtlichen Kontext passen. Komponisten und historische Begebenheiten sind somit stark mit der praktischen Arbeit verbunden und stehen nicht einsam im Raum.