Let’s Act

Bühne frei für Exzentriker, Hippies und Intriganten


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Beim Musical „Let’s Act“ konnten Musicalgruppe und Oberstufenchor der Nikolaus-August-Otto-Schule beweisen, was sie sich in den vergangen drei Jahren erarbeitet haben. Das taten sie mit Bravour.

Die von der Musicalgruppe selbst entwickelte Handlung ist schnell erzählt: In den „NAOS-Studios Hollywood“ findet ein Casting für den nächsten Jahrgang der Schauspielschule statt. Die Bewerber sind sehr unterschiedliche Charaktere und verfügen nicht alle über viel Talent. Offenbar spielt dies bei Bewerberauswahl auch nicht die entscheidende Rolle. Ein hinreißend arrogant gespieltes Söhnchen reicher Eltern (Lukas Bachmann) schafft die Aufnahme nur durch Bestechung der Direktorin (Katrin Kraus), wird aber dann der Schule verwiesen, weil eine autoritäre und intrigante Lehrerin (Julia Burges) ihm einen Test unterschiebt, den er im Lehrerzimmer entwendet haben soll. Ihre gutmütige, aber ebenso naive wie zerfahrene Kollegin (Jessica Avramov) versteht die Welt nicht mehr. Durch dieses offenkundige Unrecht aber solidarisiert sich die vorher ziemlich inhomogene Klasse und schafft es ihrerseits die Intrigantin loszuwerden. Der Schüler wiederum hat, als er in die Klasse zurückkehrt, auch sein eigenes Verhalten geändert.

 Die Dialoge des Stücks bilden nur einen lockeren Rahmen, der die vielen vom Oberstufenchor musikalisch fetzig und mit viel Körpereinsatz vorgetragenen Chorstücke zusammenhält. Begleitet wurde der Chor dabei von einer Ad-hoc-Band an Keyboard, Schlagzeug Gitarren und Bass.
Da auch die kurzen Umbaupausen geschickt musikalisch überbrückt waren, wurden die Zuschauer von der ersten Sekunde bis zum lang anhaltenden Applaus mitgerissen. Der Oscar für den besten Nebendarsteller geht eindeutig an Hausmeister Falk Feucht, der seine eigene berufliche Rolle auf der Bühne komisch karikierte. Für die Leiterin von Musicalgruppe und Oberstufenchor, Miriam Spieker, war die Aufführung ein bewegender vorläufiger Abschluss ihrer dreijährigen erfolgreichen Arbeit mit diesen beiden Gruppen. Die Hälfte der Darsteller und Chorsänger waren gerade drei Stunden vorher mit dem Abiturzeugnis entlassen worden.