Eine „französische Woche“


Am Donnerstag, dem 31. März 2011, brach ein Teil der 8. Klassen der NAO-Schule in Bad Schwalbach zu einer achtstündigen Busfahrt nach Buc (nahe Paris) auf. Das Martin-Luther-King-Gymnasium, ein deutsch-französisches Gymnasium, ist bereits seit einigen Jahren Austauschschule der Nikolaus-August-Otto-Schule. Betreut wurde das Ganze von den Französischlehrern Frau Tattermusch und Herrn Berg, die mit der Gruppe nach eigenen Aussagen sehr zufrieden waren. Die jeweiligen französischen Austauschschüler kommen am 5.5. für acht Tage nach Deutschland.

Als der Busparkplatz der französischen Schule in Sicht kam, drängten sich alle an die Fenster. Jeder fand seinen Partner bzw. seine Partnerin und ließ das „Küsschen rechts - Küsschen links“ entweder über sich ergehen, nahm es gerne an oder hatte sich zuvor umsonst nervös gemacht.

Nach der ersten Nacht in der Gastfamilie ging es am Freitag zum Eiffelturm, der teilweise bis zur zweiten Etage über die Treppen erklommen wurde. Am Nachmittag folgte eine Fahrt über die Seine, bei der viele Sehenswürdigkeiten bewundert werden konnten. Das Wochenende wurde individuell mit den Austauschpartnern gestaltet und enthielt Dinge wie Shoppen, Schwimmbad oder eine Besichtigung des Schlosses von Versailles. Am Montag folgte eine Rallye durch Buc und eine Vorbereitung des Spektakels, das am letzten Abend in Deutschland vorgeführt werden soll. Dieser Tag wurde mit den Austauschpartnern verbracht.

Der Dienstag wurde im Musée Grevin begonnen, einem Wachsfigurenmuseum, wo viele schöne Fotos entstanden. Nach einer Mittagspause vor der berühmten Kirche Notre Dame ging es mit dem Bus durch Paris. Am Mittwoch ging es nach viel Vorfreude ins Disneyland, wohin uns wieder die Franzosen begleiteten. Der Donnerstagvormittag wurde mit einer Führung durch die Parfümerie „Fragonor“ verbracht, danach hatten wir etwas Freizeit, um uns die „Galeries Lafayette“ anzuschauen. Schließlich besuchten wir noch das „Paris Story“, ein Kino, das die Geschichte von Paris von Anfang an erzählt.

Die Abfahrt am kommenden Tag kam für viele zu schnell, aber die Vorfreude auf ein deutschsprachiges Umfeld ließ es die meisten verkraften. Die Rückfahrt verlief wie die Hinfahrt gut und bei unserer Ankunft in Bad Schwalbach wurden wir herzlich begrüßt. Viele vermissen Frankreich und Paris, freuen sich aber schon auf das Eintreffen der Franzosen am 5. Mai.

Lara Mernberger

Einblick in das französische Familienleben

Ist das französische Familienleben anders als in Deutschland? Ja und Nein.

Zum Beispiel die Mahlzeiten: Morgens wird ganz normal gefrühstückt, wie in Deutschland auch. Aber der Mittag verläuft schon anders: Die Kinder essen in der Mensa und die Eltern sind meistens arbeiten. Um diese Zeit gibt es keine Familientreffen am Tisch! Am Abend wird dann zusammen gemütlich warm gegessen. Das Abendessen kann sich dann schon mal eine Stunde hinziehen, da es aus drei (oder auch sehr selten vier) verschiedenen Gängen besteht. Als Hauptgang gibt es dasselbe Essen wie in Deutschland, nur nicht so viel. Zwischen dem Hauptgang und dem Dessert gibt es meistens noch Käse in allen Varianten  und Baguette oder Salat. Zum Dessert wird Obst, Joghurt oder auch mal etwas Süßes gegessen. So etwas wie Brot und Belag gibt es in Frankreich auch, aber man würde das nicht als Mahlzeit bezeichnen.

Der Haushalt wird auch anders gehandhabt: Die Eltern/ Erwachsenen wechseln sich meistens mit dem Kochen ab. Das Gleiche gilt beim Spülen oder Putzen. Dies ist in Deutschland meistens anders: Dort muss die Frau den Haushalt erledigen.

Die Schul- und Arbeitszeiten der Familienmitglieder sind auch sehr verschieden. Die Schule fängt erst um neun Uhr an, dafür geht diese aber meistens bis viertel nach vier. Die Arbeitszeiten der Eltern sind nicht viel anders als in Deutschland, um 20 Uhr sind sie meistens zu Hause. Für Hobbys oder Treffen mit Freunden haben die Schüler unter der Woche gar keine Zeit, da sie oft bis spät abends noch Hausaufgaben machen müssen. Auch die Klassenarbeiten können sich in der Woche anhäufen. Manchmal kommt es vor, dass die Schüler bis zu sechs Arbeiten in einer Woche schreiben müssen.

Die Wochenenden und Ferien laufen eigentlich genauso wie in Deutschland ab. Man trifft sich mit Freunden oder man unternimmt etwas mit der Familie.

Für mich war das Familienleben gewöhnungsbedürftig, aber okay. Am meisten musste ich mich an die späten Essenszeiten gewöhnen. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung.

Mara Heymann

Auf und ab im Eiffelturm

Am Donnerstag, dem 1. April 2011, fuhr eine Gruppe von Austauschschülern der 8. Klassen aus der Nikolaus-August-Otto-Schule nach Paris, um den Eiffelturm zu besichtigen und anschließend eine Schifffahrt auf der Seine zu machen. Als die Gruppe ankam, hielt der Bus direkt vor dem Wahrzeichen von Paris. Die Schüler sammelten sich unter dem Eiffelturm, wo dann auch die Karten an die einzelnen verteilt wurden. Da die Sicherheitskontrolle bei jedem mal länger, mal kürzer dauerte, gingen die Schüler in kleinen Gruppen auf die erste Etage. Dort hatten einige schon aufgrund von Höhenangst mit der Übelkeit zu kämpfen.

Als eine kleine Gruppe von Schülern den Eiffelturm vorzeitig verlassen wollte, um zu ihrer unten wartenden Lehrerin, Frau Tattermusch, zu gehen, stellten sie fest, dass es nach keinen Ausgang gab, denn zwei der vier Säulen konnte man nicht betreten: Die Säule, in der man hoch gekommen war, war nur eine „Einbahnstraße“ und die vierte Säule war unten gesperrt und es war nur ein Notausgang zu sehen, auf dem auf Französisch „Kein Durchgang“ stand. Also trottete die Gruppe wieder hoch, um ihrem Lehrer, Herrn Berg, zu sagen, dass es keinen Ausgang gebe. Dies könne doch nicht sein, es sei bestimmt nur ein Aprilscherz von uns, meinte der, denn es war ja wirklich der 1. April.

Also ging Herr Berg mit zwei Schülern hinunter und fand den Ausgang schließlich. Es war der eben genannte Notausgang. Herr Berg rief einen der oben wartenden Schüler an und sagte ihm, dass sie den Ausgang gefunden hätten. Daraufhin konnte die Gruppe den Eiffelturm endlich verlassen. Der größte Teil ging zu den Händlern draußen, die wohl genauso bekannt sind wie der Eiffelturm selbst. Als jeder seine Souvenirs gekauft hatte und wieder am Treffpunkt war, ging die Gruppe zu Fuß weiter, um die geplante Bootsfahrt anzutreten.

Marius Peter

Frauentraum Shoppingcenter

Wenn man in Paris etwas kaufen möchte, wo findet man die meisten Sachen? Im Kaufhaus „Galeries Lafayette“ und Umgebung, meinen zumindest die meisten Frauen.

Touristen sind auf jeden Fall der Meinung, das Einkaufszentrum wäre viel zu teuer. Sie kaufen ihre Souvenirs in den kleinen Läden rund um die Galerie, in denen es Eifeltürme von den Größen „mini bis riesig“ gibt. Trotzdem ist das berühmte Gebäude der Galeries Lafayette, das so ziemlich in der Mitte Paris liegt, immer gut besucht.  Und obwohl die Kaufhauskette so teuer ist, findet man unter den Besuchern auch viele ausländische Besucher. Wieso ist die Galerie so anziehend? Galeries Lafayette ist ein sehr schönes, berühmtes Gebäude in Paris. „Das muss man einfach gesehen haben. Mir gefällt am besten die Dachterrasse und die tolle Aussicht dort oben. Trotzdem würde ich dort nie etwas kaufen; zu teuer!“, so ein deutscher Gast der Stadt Paris. Für die Pariser sind das große Einkaufszentrum und die vielen Geschäfte , die die Galerie umgeben, der ultimative Ort zum Shoppen. „Wenn ich etwas brauche, finde ich es in diesem Teil der Stadt.“ Galeries Lafayette hat zahlreiche Angebote von Adidas bis hin zu Calvin Klein. Man findet dort allerlei Klamotten, Accessoires, Schminke, Parfüm etc. Um das Einkaufscenter herum gibt es Geschäfte wie H&M oder Mangoon, aber auch ein Kaufhaus mit Läden wie Louis Vuitton.

Auf die Frage, warum die Galerie so anziehend auf Touristen wirkt, antworten viele Einwohner mit dem Aussehen des Gebäudes. Galeries Lafayette ist eines der ältesten Kaufhäuser Frankreichs und in einem bemerkenswerten Jugendstil gebaut. „Die Galerien sind eine Art Sehenswürdigkeit geworden. Die Leute lieben sie. Ihre Fenster, ihre Beleuchtung und vor allem die Dachterrasse“, so ein Franzose. Die große Dachterrasse, das Highlight der Galerien, verschafft einem eine Aussicht über fast ganz Paris. Einwohner sind der Meinung: „In dem Einkaufscenter werden wahrscheinlich mehr Bilder gemacht als Sachen gekauft“.

Ich bin auch ein großer Fan der Galerie. Selbst würde ich dort aber nie etwas kaufen, da es wirklich überteuert ist. Ich genieße lieber die Aussicht auf der Dachterrasse und glaube, dass dies auch der Grund für den riesigen Tourismus dort ist.

Kira Ernst

Sep09