Latein


Latein trainiert Genauigkeit, Konzentration und logisches Denken

Aufgrund der Komplexität der lateinischen Sprache ist man dazu gezwungen, Wesentliches von Unwesentlichem zu unterscheiden, Zusammenhänge zu erkennen und die Einzelheiten in eine Gesamtstruktur einzuordnen. Diese für Latein charakteristische Arbeitsweise führt dazu, dass jede Übersetzung zugleich auch eine Konzentrationsübung ist, die Durchhaltewillen erfordert. Aufgrund der Struktur der lateinischen Sprache wird im Lateinunterricht wie in keinem anderen Fremdsprachenunterricht das Abstraktionsvermögen trainiert, logisches Denken gefördert und zu rationaler Analyse angehalten.

Der Vorteil dieser gewonnenen Fähigkeiten ist, dass sie als elementare Fähigkeiten universell einsetzbar sind. In einer Zeit, in der aktuelles Wissen immer schneller veraltet, ist ein Schlüssel zu beruflichem Erfolg, dass man diese grundlegenden Arbeitstechniken beherrscht.

Latein schärft das Sprachbewusstsein für die deutsche Sprache

Es ist ein wichtiges Ziel des Lateinunterrichts, eine genaue Ausdrucksweise und einen bewussten Umgang mit der deutschen Sprache zu trainieren. Im Unterricht wird dazu - mehr als in jedem anderen Fach - über die Sprache, ihre Form und ihre Leistungen gesprochen und nachgedacht. Diese aktive Sprachbeherrschung, die im Lateinunterricht vermittelt wird, gehört zu den wichtigsten Voraussetzungen für Argumentation und Überzeugungskraft!

Der Lateinunterricht fördert aber ebenso die passive Sprachbeherrschung, also die Fähigkeit, komplexere deutsche Texte zu verstehen. Wie eine Studie der Universität Köln belegen konnte, haben Studenten mit einem in der Schulzeit erworbenen Latinum ein deutlich besseres deutsches Lese- bzw. Textverständnis als Studenten ohne ein in der Schulzeit erworbenes Latinum.

Latein - Muttersprache vieler europäischer Sprachen

Etwa 90 Prozent des Wortschatzes der romanischen Sprachen lateinischen Ursprungs. Zu den romanischen Sprachen zählen unter anderem die französische, die italienische, die spanische und die portugiesische Sprache. Was viele überraschen dürfte ist, dass selbst in der englischen Sprache der Anteil von Wörter mit lateinischen Wurzeln 50-60 Prozent beträgt!

Auch die Grammatik vieler dieser Sprachen beruht auf der lateinischen Grammatik bzw. wurde von der lateinischen Grammatik nachhaltig beeinflusst. Da über 700 Millionen Menschen eine romanische Sprache zur Muttersprache haben und fast 400 Millionen Menschen Englisch als Muttersprache sprechen, sind Lateinkenntnisse ein wertvoller und nützlicher Schlüssel zu den westlichen Weltsprachen.

Latein ist nicht schwerer als andere Fächer

Latein haftet das Vorurteil an, dass es besonders schwer sei. In mancher Hinsicht ist Latein allerdings einfacher zu lernen als andere Fremdsprachen. Daher ist es nicht zwangsläufig schwerer als Französisch, als ein gebildetes Englisch oder auch als andere Fächer wie Mathematik oder Physik.

Wer den übrigen Fächern des Gymnasiums gewachsen ist, der schafft auch Latein.

Latein ist eine Voraussetzung für viele Studienfächer

Für manche Studienfächer ist das Latinum "nur" erforderlich, um zur Abschlussprüfung zugelassen zu werden. Bei anderen Studienfächern sind die Anforderungen strenger - man wird ohne Latinum noch nicht einmal zum Studium zugelassen!

Wir lesen …

  • Vorläufer und Vorbilder moderner Literatur:

  • lateinische Schriften im Originaltext:  Geschichtsschreibung, Rhetorik, Dichtung…

Wir erfahren viel über römische Geschichte...

  • die römische Gesellschaft der Republik und der Kaiserzeit,

  • das Alltagsleben der Römer und der Völker in ihrem Einflussbereich sowie

  • römische Dichtung

Wir lernen…

  • Grammatik, Satzanalyse

  • genaue sprachliche Wiedergabe von Texten

  • rhetorische Mittel

Wir besuchen an Projekttagen ...

  • Museen und Orte, die von den Römern geprägt wurden:

  • Mainz, Aschaffenburg, Trier, Köln

Sep09