Studienfahrt 2018 ~Klassikwoche in Weimar~


In der wunderschönen und verträumten Stadt Weimar waren wir, 26 Schüler und Schülerinnen, zusammen mit Frau Nimmo und Frau Gemmer auf den Spuren der Weimarer Klassik.

An einem Montagmorgen machten wir uns gegen 08.00 Uhr auf den Weg. Nach einer gemütlichen Busfahrt wurden wir in der Jugendherberge mit einem warmen Mittagessen empfangen und planten unseren weiteren Tag. Dieser bestand aus einer Stadtrallye, bei welcher wir, in Gruppen aufgeteilt und mit Kameras ausgestattet, eigenständig verschiedene Plätze Weimars erkunden durften. Unsere Eindrücke sowie Fotos von den verschiedenen Stationen der Stadtrallye haben wir anschließend den anderen unserer Gruppe vorgestellt. Bereits hierbei wurde deutlich, dass Weimar neben der wunderschönen Seite der Klassik, auch eine dunkle Vergangenheit besitzt. Nachdem wir nun bereits einiges über die Stadt Weimar erfahren konnten, trafen wir uns in der Jugendherberge zum Abendessen wieder und konnten anschließend unsere kleinen, aber feinen Zimmer beziehen, welche einen schönen Ausblick ins Grüne boten.

Am nächsten Morgen war vom Regen des Vortages nichts mehr zu sehen und so trafen wir uns bei Sonnenschein, und nach einem leckeren Frühstück, im Hörsaal der Anna Amalia Bibliothek. Dort bekamen wir einen ersten Einblick in die Epoche der Klassik und beschäftigten uns mit einem Werk Goethes, der „Iphigenie“. Anschließend durften wir mit einem Audioguide selbstständig Goethes Wohnhaus erkunden. Dabei erhielten wir viele Informationen über sein Leben sowie über seinen Charakter und waren sehr fasziniert von der nahezu pompösen Einrichtung seines Hauses. Um noch mehr über sein facettenreiches Leben zu erfahren, besuchten wir im Anschluss das Goethenationalmuseum, in welchem wir uns neben Goethes Literatur auch mit seiner Kunst, insbesondere mit seiner Farbenlehre, beschäftigten. Für Interessierte bot sich noch die Möglichkeit, Goethes Gartenhaus im traumhaften Ilmpark zu besichtigen. Diesen Besuch kann man wirklich nur empfehlen, besonders dann, wenn man sich neben Goethe auch für Gärtnerei sowie Natur begeistert. Dort herrscht eine ganz andere Atmosphäre – das Haus ist recht klein, eher gemütlich und etwas verschlafen. Der Garten hingegen ist sehr weitläufig und bietet eine schöne Möglichkeit, vom Trubel der Stadt Abstand zu nehmen. Ebenso kann man sich noch heute die typische Dreiteilung des Gartens, ein parkähnlicher Hangbereich, eine Obstwiese sowie ein Gemüsebeet, bildhaft vorstellen.

Der dritte Tag unseres Aufenthalts war der bereits genannten negativen Seite Weimars, dem Nationalsozialismus, gewidmet. In einem Workshop konnten wir unser bereits vorhandenes Wissen über diese Zeit zusammentragen und erfuhren zudem Neues über das damalige Menschenbild. Um uns auf den Besuch der Gedenkstätte „Buchenwald“ vorzubereiten, wurden viele einprägsame Bilder über die dortigen Geschehnisse gezeigt und näher erläutert. Mittags sind wir schließlich mit dem Stadtbus zum abgelegenen Konzentrationslager gefahren, wo uns durch eine sehr interessante Führung die damaligen Geschehnisse näher gebracht wurden. Während des Besuches fühlten wir uns alle, trotz der gewaltigen Fläche des Geländes, auf eine gewisse Art erdrückt und versuchten zumindest ansatzweise, die Gedanken und Gefühle der Gefangenen nachzuempfinden. Besonders der Besuch eines der vielen Museen auf dem Gelände ist nur zu empfehlen, da man dort zahlreiche Informationen, auch über Einzelschicksale, erhält. Insbesondere die Bilder der Gefangen zu sehen und ihre eigene, persönliche Geschichte zu lesen, war sehr eindringlich.

Am Donnerstag kehrten wir wieder zur Klassik zurück, doch beschäftigten uns dieses Mal verstärkt mit Schiller. Daher trafen wir uns morgens im Goethe-Schiller-Archiv, wo wir uns mit seinem Werk „Die Kraniche des Ibykus“ auseinandersetzten. Durch den Briefverkehr zwischen Goethe und Schiller wurde uns zudem das Zusammenwirken jener Autoren näher gebracht. Nach einer Mittagspause haben wir anschließend Schillers Haus besichtigt, wobei besonders der Kontrast zu Goethes Haus sehr spannend anzusehen war. Im Allgemeinen war die Führung durch sein Haus lebhaft gestaltet und hat uns allen großen Spaß gemacht.

Am Freitag war auch schon der letzte Tag unserer Reise gekommen und nach einem Abschlussgespräch mit Frau Spinner, welche uns die gesamte Woche über betreut hat, traten wir unsere Heimreise an.

Insgesamt war es eine wunderschöne Studienfahrt, nicht nur, weil wir viele neue Informationen sammeln konnten, sondern auch, weil das Verhältnis zwischen Programm und Freizeit sehr gut gewählt wurde. Wir hatten jeden Tag eine recht lange Mittagspause, in welcher man sich in ein schönes Café setzen oder einfach die Sonne genießen konnte. Aber auch abends hatten wir genügend Zeit, um die wunderschöne Stadt Weimar auf eigene Faust zu erkunden!

von Amélie A., Annik B. und Maya D.
LK Deutsch, Q1