Das Lied der schlesischen Weber

Mathilda Vorhauer und Helena Windolf vertonten ein Gedicht von Heinrich Heine

Zwei Schülerinnen aus dem Grundkurs Geschichte der Q1/2, Helena Windolf und Mathilda Vorhauer, nahmen auf Initiative ihres Kurslehrers Eckhard Schleifer hin am Schülerwettbewerb „1848/2018 – Einigkeit, Recht, Freiheit. 170 Jahre Märzrevolution und Paulskirchenversammlung“ der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung teil. Die beiden haben das „Lied der schlesischen Weber“ von Heinrich Heine neu vertont und sind für ihre sehr aufwändige Arbeit mit dem 3. Preis belohnt worden. Die Preisverleihung findet am 30. April 2019 im Hessischen Landtag in Wiesbaden statt. Hier das Ergebnis:

Im düstern Auge keine Träne,
Sie sitzen am Webstuhl und fletschen die Zähne:
Deutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem Gotte, zu dem wir gebeten
In Winterskälte und Hungersnöten;
Wir haben vergebens gehofft und geharrt,
Er hat uns geäfft und gefoppt und genarrt –
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem König, dem König der Reichen,
Den unser Elend nicht konnte erweichen,
Der den letzten Groschen von uns erpresst,
Und uns wie Hunde erschiessen lässt –
Wir weben, wir weben!

Ein Fluch dem falschen Vaterlande,
Wo nur gedeihen Schmach und Schande,
Wo jede Blume früh geknickt,
Wo Fäulnis und Moder den Wurm erquickt –
Wir weben, wir weben!

Das Schifflein fliegt, der Webstuhl kracht,
Wir weben emsig Tag und Nacht –
Altdeutschland, wir weben dein Leichentuch,
Wir weben hinein den dreifachen Fluch –
Wir weben, wir weben!

Es fing alles mit dem Kommentar „Also das Gedicht hätte die Musikgruppe doch viel interessanter vertonen können!“ von mir an. Herr Schleifer hatte uns in einer Unterrichtsstunde eine Vertonung von „den Schmetterlingen“ gezeigt, aber ich war nicht zufriedengestellt damit und mir rutschte dieser Kommentar zu meiner Sitznachbarin heraus (welchen er natürlich mitbekam). Mit der Antwort, dass ich es doch selbst besser machen sollte, weckte er meinen Ehrgeiz und ich fragte Helena, ob sie mitmacht. Der Schülerwettbewerb zum Thema 1848 ,2018 Einigkeit, Recht und Freiheit – 170 Jahre Märzrevolution und Paulskirchenversammlung war mehr zufällig zu dieser Zeit und kam uns gelegen uns weiter zu motivieren.

Das Gedicht „Das Lied der schlesischen Weber“ ist für jeden klar von Problemen der damaligen Zeit gekennzeichnet. Die Weber, die sich von den höheren Schichten ungerecht behandelt fühlten und vor allem die finanziellen Probleme durch die maschinellen Webstühle, die zunehmend ihre Arbeit unnötig machten. Genau das hatten wir versucht, musikalisch in unsere Komposition einzubringen.

Anfangs machten wir uns einen ungefähren Gedanken, wie das Lied den Hörer ansprechen soll. Wir waren uns schnell einig, dass es nicht fröhlich und heiter gehalten werden sollte. So begannen wir am Wochenende mit dem Komponieren. Abwechselnd fügten wir unser eigenes dramatisches Flair hinzu, gaben jeweils der Anderen Verbesserungsvorschläge oder das OK, damit schlussendlich die Komposition stand.

Diese besteht aus fünf Strophen, die hinführend zur folgenden Strophe immer in einem bestimmten Stil mit einem Zwischenspiel unterbrochen wird. Das ist einmal ein Zwischenspiel mit Orgel (für den Gott und die Kirche), dann eines mit einer eigens komponierten Fanfare (für den König) und am Schluss eine, für einen Walzer typische, Melodie (für das Vaterland).

Für den Wettbewerb hatten wir zwar vier Monate Vorbereitungszeit, aber wie man es kenn, verfliegt die Zeit, die am Anfang so viel erschien sehr schnell und auch durch viele außerschulische Aktivitäten wurde die Zeit immer knapper. Doch die Zeit nahmen wir uns trotzdem und stellten die sechs Minuten Gedichts-Vertonung innerhalb zwei Monate fertig. Wir schafften es sogar auch noch sehr kurzfristig unsere Mitschüler des Musik-Leistungskurses zum Einsingen zu bringen. Unser LK Lehrer Herr Aschinger machte es uns möglich, während des Unterrichtes ein Studio aufzubauen und mithilfe der schulischen Mittel (professioneller als wir es geplant hatten) die Gesangsstimmen aufzunehmen. Zwar hatten unsere Mitschüler*innen nicht sehr viel Zeit, den Text zu lernen, jedoch funktionierte es bei den meisten Stellen trotzdem 

Innerhalb des Stückes hofften wir bestimmte Rhythmen zu halten, die den Webstuhl vertonen sollen. Auch die Instrumente sind so gewählt, dass sie zu der richtigen Zeit passen (Pauke, Orgel etc.). Häufige Triolen stellen zusätzlich noch die Unreinheiten innerhalb Schlesiens dar.

Schlussendlich haben wir mit unserer Komposition den dritten Platz erreicht.